Lesejahr A: 2019/2020

2. Lesung (1 Petr 3,15-18)

15Heiligt [vielmehr] in eurem Herzen Christus, den Herrn! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt;

16antwortet aber bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen, damit jene, die euren rechtschaffenen Lebenswandel in Christus in schlechten Ruf bringen, wegen ihrer Verleumdungen beschämt werden.

17Denn es ist besser, für gute Taten zu leiden, wenn es Gottes Wille ist, als für böse.

18Denn auch Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, ein Gerechter für Ungerechte, damit er euch zu Gott hinführe, nachdem er dem Fleisch nach zwar getötet, aber dem Geist nach lebendig gemacht wurde.

Überblick

Der Zyklus der Lesungen aus dem Ersten Petrusbrief an den Sonntagen der Osterzeit geht seinem Ende entgegen. Im heutigen Lesungsabschnitt nimmt die Bedrängnis der Diaspora-Christen, die als Hintergrund des Schreibens durchgängig zu erkennen ist,  konkrete Gestalt an: Es geht um die rechte Haltung und das Zeugnis, wenn eine Christin bzw. ein Christ vor Gericht gestellt wird . Wie sieht die Verteidigungsstrategie angesichts verleumderischer Anklagen aus?

 

Einordnung in den Zusammenhang

Nachdem ab 1 Petrus 2,11 zum christlichen Zeugnis in guten Taten aufgerufen worden ist, die sich vor allem im Verzicht auf Vergeltung und einer gewissen Leidensbereitschaft zeigen, aber auch z. B. in zuverlässiger, nicht zu beanstandender Erledigung der aufgetragenen Arbeit, geht es ab 1 Petrus 3,13 um das Zeugnis im Wort.  Vor allem 1 Petrus 3,15-17 setzt als Szene wohl den Gerichtssaal voraus, vor dem sich ein - hoffentlich zu Unrecht - angeklagter Christ verteidigen muss.

Das in der Lesungsauswahl ausgelassene Wörtchen "vielmehr" in Vers 15 macht deutlich: Der zugehörige Briefabschnitt muss schon vorher anfangen. Tatsächlich ist in den beiden vorangehenden Versen das Bemühen um gutes Handeln (Vers 13) in einer Seligpreisung zusammengefasst worden: "... wenn ihr um der Gerechtigkeit willen leidet, seid ihr seligzupreisen" (Vers 14). Aus dieser aus der Bergpredigt bekannten Maxime (Matthäus 5,10) leitet der Petrusbrief einen Aufruf zur Furchtlosigkeit ab ("Fürchtet euch nicht vor ihnen [d. h. vor "denen, die euch Böses zufügen"]), den Vers 15 als erster Satz der Lesung ins Positive umwandelt: "... heiligt vielmehr Christus!"

Der abschließende Vers 18 der Lesung gehört eigentlich schon zum nächsten Briefabschnitt (Vers 18-22), der sich einmal mehr der Betrachtung des Leidens Christi, seiner Auferweckung und der Taufe widmet. Bei genauerer Betrachtung ist Vers 18 allerdings ein Scharniervers, der durch sein einleitendes "Denn ..." als Begründung für die Verse (13-14.)15-17  gelesen werden will, als "Christuslied" aber zugleich Vers 19 ("in ihm [d. h. Christus] ...") einleitet.

 

Vers 15: Christusgemäße Ruhe bewahren

Wenn also die Situation eintritt, "um der Gerechtigkeit willen zu leiden" (Vers 14), d. h. als zu Unrecht Angeklagter, der im Namen Jesu nur Gutes getan hat, vor Gericht zu stehen, dann ist erstens "Furchtlosigkeit" (ebenfalls Vers 14), sodann aber vor allem die "Heiligung Christi" angesagt. Die Stichworte aus Vers 14 und 15 lassen eine Anspielung auf den Propheten Jesaja erkennen:

"2 Nennt nicht alles Verschwörung, was dieses Volk Verschwörung nennt! Was es fürchtet, sollt ihr nicht fürchten; wovor es erschrickt, davor sollt ihr nicht erschrecken. 13 Den HERRN der Heerscharen sollt ihr heilig halten; vor ihm sollt ihr euch fürchten, vor ihm sollt ihr erschrecken" (Jesaja 8,12-13).

Könnte man "heiligen" von Jesaja her als "gottgemäß handeln" verstehen, so wendet 1 Petrus dieses Wort mit dem Zusatz "im Herzen heiligen" auf Christus an: "Handelt christusgemaß!" Was damit gemeint sein könnte, erhellt aus 1 Petrus 3,4:

"... sondern was im Herzen verborgen ist, das sei euer unvergänglicher Schmuck: ein sanftes und ruhiges Wesen. Das ist wertvoll in Gottes Augen."

Die Maßgabe des Petrusbriefes lautet also, vor Gericht nicht "Furcht" und "Schrecken" gegenüber dem Ankläger zu zeigen, sondern in "Sanftmut und innerer Ruhe" zu sagen, was zu sagen ist im Wissen um den, der der eigentliche "Herr" ist: Christus. Das schließt natürlich das ängstliche Befolgen einer Forderung vor Gericht aus, mit der man die Christen offensichtlich gerne drangsalierte: Christus abzuschwören zugunsten des römischen Kaisers und der Götter des römischen Reiches (vgl. den Bief des Plinius unter "Kontext").

In solcher Haltung der wohlmeinenden Zuwendung ("Sanftmut"; griechisch: praýtēs) und "inneren Ruhe" (griechisch: hēsychía) soll die "Verteidigung" bzw. "Rechtfertigung" (griechisch: apología) erfolgen, wenn immer ein "vernünftiges Wort" (griechisch: lógos) über den Grund der Hoffnung eingefordert wird, die die Christen - in den Augen der Gegner: angeblich - erfüllt. Die Einheitsübersetzung hat sich zu einer etwas freieren Wiedergabe entschlossen, wenn sie schreibt: "jedem Rede und Antwort zu stehen (apología), der von euch Rechenschaft (lógos) fordert ...".

 

Vers 16: Den Respekt nie verlieren

Vers 16 bestätigt die Auslegung von Vers 15: Ausdrücklich fällt noch einmal das Wort "Sanftmut" - in der Einheitsübersetzung mit "Bescheidenheit" übersetzt. Es ist genau die Tugend, die auch die Seligpreisung aus der Bergpredigt rühmt: "Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben" (Matthäus 5,5). Die Koppelung mit "Furcht" (Einheitsübersetzung: "ehrfürchtig"), die vom Wortlaut identisch ist mit der in Vers 14 verbotenen "Furcht" (griechisch: phóbos) im Sinne von "Angst" lässt erkennen: in Vers 16 meint phóbos "Respekt". An dem soll es der Christ niemandem gegenüber, auch nicht seinem Ankläger gegenüber mangeln lassen, um nicht Anlass zu berechtigter Klage zu geben. (Dass hier eher "Gottesfurcht" gemeint ist, wie manche meinen, lässt der Text zumindest nicht deutlich erkennen). So soll die Beschämung am Ende - und hier dürfte der Erste Petrusbrief durchaus auch in der Dimension des Jüngsten Gerichts denken - ganz auf die Seite der Ankläger rücken. Vielleicht gibt es aber auch schon unter den Zuschauern des Prozesses solche, die sich durch das mutige Zeugnis der Christinnen und Christen beeindrucken lassen und für die Gemeinschaft der Glaubenden gewonnen werden können. Auch in der bedrohlichen Situation des Gerichts also wird noch eine Chance zur Missionierung  gesehen.

 

Vers 17: Das Leid des Schuldigen hat keine Zeugniskraft

Vers 17 wiederholt einen Gedanken, der bereits im Rahmen der Ermutigung der Sklaven ausgeführt worden ist (1 Petrus 2,20b-25; Lesung vom 4. Sonntag der Osterzeit): "Wenn ihr aber recht handelt und trotzdem Leiden erduldet, das ist eine Gnade in den Augen Gottes" - so begann jene Lesung. Und einen Vers vor jener Lesung, 1 Petrus 2,19, heißt es entsprechend: 

"Denn es ist eine Gnade, wenn jemand deswegen Kränkungen erträgt und zu Unrecht leidet, weil er sich in seinem Gewissen nach Gott richtet."

 

Vers 18: Jesus - Vorbild und Grund der Hoffnung in einem

Der letzte Vers der Lesung verweist einerseits begründend auf das Vorbild Jesu: Er litt als Gerechter, der sich nichts hat zu Schulden kommen lassen. So sollen auch die Angeklagten sich als solche erweisen, die sich im Sinne des bürgerlichen Rechts nichts haben zu Schulden kommen lassen. Nur ihr Glaube darf der Anlass der gerichtlichen Verfolgung sein.

Um dieser Begründung willen ändert 1 Petrus das von Paulus her geläufige Bekenntnis um, dass Christus für unsere Sünden "gestorben" ist. Nicht der "Sühnetod" Jesu ist hier das Thema, sondern sein ungerechtes Leiden. Die Einheitsübersetzung hat an dieser Stelle entgegen dem griechischen Text (griechisch: épathen = "gelitten") zugunsten des paulinischen "gestorben" geändert.

Aber auch in der Aussage "Christus hat ein einziges Mal wegen der Sünden gelitten - ein Gerechter für die Ungerechten" wird deutlich:  Christus ist weitaus mehr als ein Vorbild im Aushalten ungerechtfertigten Leids, allein also wegen der unaufgebbaren Gottverbindung. Sein am Ende zum Tod führendes Leiden eröffnet einen Gotteszugang, der wiederum in ewiges, unvergängliches Leben führt. "Sünde" und "Ungerechtigkeit"  ist hier vermutlich nicht nur allgemein zu verstehen, sondern meint die Adressaten des Briefs, die als "Heiden" aus einem in der Sicht des Petrusbriefes von  "Sünde" und "Ungerechtigkeit" bestimmten Leben kamen, dessen finale Grenze Tod hieß. Aus dieser Gottferne haben sie sich durch ihre Zuwendung zu Christus in die Gottesnähe begeben und dürfen auf dessen Tod in Leben verwandelnde Kraft vertrauen. Der physische Tod ist nicht zu ändern. Der blieb auch Christus nicht erspart. Aber die vom lebenschaffenden Geist Gottes gewirkte Heimholung ins ewige Leben können die "ungerechten" Richter denen nicht nehmen, die vor Gericht am Grund ihrer Hoffnung festhalten.

 

 

 

 

 

Auslegung

"Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt." (Vers 15b)

Wahrscheinlich ist dies der innerhalb kirchlicher Verkündigung am häufigsten zitierte Vers aus dem Ersten Petrusbrief. Keine andere Fromulierung des Neuen Testaments fasst so kurz und bündig den Auftrag des Glaubenszeugnisses zusammen, den jede Christin und jeder Christ seit Taufe und Firmung mit sich trägt. Der Missionsauftrag, "das Evangelium in aller Welt zu verkünden" (vgl. Markus 16,15: "Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung!") erhält hier eine noch sehr viel konkretere Ausformulierung. Es geht darum, vor Gericht, aber ganz sicher nicht nur dort, sondern "stets" (also jederzeit und überall) ein "vernünftiges Wort" (griechisch: lógos) sagen zu können und tatsächlich auch zu sagen über den Grund der Hoffnung, die den Christen innerlich erfüllt und trägt. Die Einheitsübersetzung wählt für das "vernünftige Wort"  "Rechenschaft", was sicherlich eine Dimension des hier Gemeinten trifft (das griechische Wort lógos hat etwas mit dem uns geläufigen Wort "logisch" zu tun).

Doch was soll man "vernünftig" zur Auferweckung Jesu sagen, die  nach dem Zeugnis des Ersten Petrusbriefes wie auch des gesamten Neuen Testaments der eigentliche Hoffnungsgrund christlicher Existenz ist (vgl. den Schlusssatz der heutigen Lesung, der von Christus festhält, dass er "dem Geist nach lebendig gemacht wurde"; vgl. aber auch aus den Lesungsabschnitten der letzten Sonntage die Verse 1 Petrus 1,3-4.21)? Dieses Bekenntnis scheint sich doch der Vernunft zu entziehen und in eine reine Glaubenswelt zu gehören.

Hier kann ein Blick auf Paulus hilfreich sein, der im 15. Kapitel seines Ersten Briefes an die Gemeinde von Korinth eine vernünftige Argumentation versucht. Diese ist ihm deshalb wichtig, weil für Paulus der Auferweckungsglaube wie der Glaube an Jesus Christus überhaupt nur tragfähig ist, wenn er mit Vernunft angenommen wurde. Fatal wäre laut 1 Korinther 15,2 eine "unüberlegte" Annahme des Glaubens (im Rahmen der Erwachsenentaufe). Wörtlich wird sogar gewarnt, "umsonst" (griechisch: eikḗ) zu glauben. Für Paulus steht fest: Der Glaube ist, wenn man nicht "umsonst" glauben will, eine Sache des Verstehens und Verstandes.

Für das österliche Bekenntnis spricht nach Paulus dessen hohes, in die allerersten Tage der entstehenden Christenbewegung zurückreichendes Alter: "Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe ..." (1 Korinther 15,3). Sodann wird eine Zeugenkette enormen Ausmaßes aufgefahren: Neben den 12 Aposteln (bei dieser Zählung dürfte Matthias an die Stelle des bereits toten Judas Iskariot getreten sein) "mehr als 500 Brüder" (1 Korinther 15,6), zum großen Teil noch lebende Zeitgenossen des Paulus und seiner korinthischen Adressaten. Auch Paulus selbst kann auf eine wie auch immer geartete Erfahrung mit dem Auferweckten verweisen, die eine lebensverändernde Wirkung in ihm vollbracht hat (1 Korinther 15,10: "Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben."). Sein ganzes Wirken hat Paulus auf diese "eine Karte" Auferweckung von den Toten gesetzt - nicht als "Zocker", der sein eigenes Leben notfalls verspielt und das der anderen, die ihm vertrauen, mit in den Abgrund zieht, sondern aus tiefer Glaubensgewissheit, die um einen Gott "weiß" (vgl. zu diesem "Wissen" z. B. Römer 6,9), der sich bis in den Tod hinein mit dem Menschen identifiziert, um diesem sterblichen Menschen in gewandelter Form Ewigkeit in Gemeinschaft mit sich zu schenken (die Lesung aus dem Ersten Petrusbrief spricht in Vers 18 von "dem Geist nach", Paulus spricht von einer "Überkleidung", "damit so das Sterbliche vom Leben verschlungen werde" [2 Korinther 5,4]). Diese auf Dauer angelegte Begegnung gilt Allen und ist daher in sich zwiespältig: Geschieht sie voll Freude in der Anschauung Gottes oder mit gesenktem Blick auf die eigene Nacktheit, die die Liebe Gottes nicht genießen kann?

Hintergrund dieser bedeutsamen Unterscheidung ist die mit der Auferweckung Aller verbundene Erwartung eines Gerichts. Auch hier treffen sich Erster Petrusbrief und Paulus. Letzterer schreibt:

"Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder seinen Lohn empfängt für das Gute oder Böse, das er im irdischen Leben getan hat" (2 Korinther 5,10).

Derselbe Gedanke heißt in der heutigen Lesung aus dem Ersten Petrusbrief in Vers 16:

"... damit jene, die euren rechtschaffenen Lebenswandel in Christus in schlechten Ruf bringen, wegen ihrer Verleumdungen beschämt werden."

Das wäre dann der erwähnte permanente Blick auf die eigene Nacktheit.

Die vielfache Nähe des Ersten Petrusbriefes zu Paulus lässt vermuten, dass dem uns unbekannten Verfasser eine Argumentation wie die des Paulus vor Augen stand, als er zu einem "vernünftigen Wort" vor den Schranken des Gerichts auffordert, das begründende Auskunft gibt über die Hoffnung, von der sich die Angeklagten getragen wissen.  Anders gesagt: Wer einen guten Grund hat, zu glauben,  der wird auch "bescheiden und ehrfürchtig" (Vers 16) - oder wie im Überblick übersetzt wurde: "sanftmütig und respektvoll" - mit und zu anderen sprechen können, auch wenn sie diesen Glauben nicht teilen, ihm gleichgültig gegenüberstehen oder ihn gar verfolgen.

(Die Auslegung von 1 Korinther 15 bezieht sich auf einen Internet-Beitrag des Neutestamentlers und Pastoralreferenten Dr. Werner Kleine: https://www.dei-verbum.de/todsicher-auferstanden/).

Kunst etc.

Plinius der Jüngere, Statue am Dom von Como; Photo: JoJan, 29.4.2013; CC BY 3.0
Plinius der Jüngere, Statue am Dom von Como; Photo: JoJan, 29.4.2013; CC BY 3.0

Dass der römische Rechtsanwalt und Senator Plinius der Jüngere (61/62 - 113/115 n. Chr.) am Dom zu Como eine Darstellung gefunden hat, verwundert. Zwar ist nachvollziehbar, dass die Geburtsstadt Como ihrem bekannten Sohn, der u. a. mit seiner Beschreibung des Vesuv-Ausbruchs im Jahr 79 namensgebend in die Geschichte einging ("Plinianische Eruption") ein Denkmal setzen wollte. Doch hat es sein eigenes "Geschmäckle", dass die Statue an der Fassade eines Kirchengebäudes angebracht wurde. Denn in der posthum herausgegebenen Korrespondenz mit seinem zeitweiligen Dienstherrn Kaiser Trajan gibt sich Plinius als erfolgreicher Bekämpfer des Christentums zu erkennen. Dabei setzte er offensichtlich weniger auf Tötung als auf ein Abwerben. In Gerichtsprozessen wurden Christen dazu gebracht, ihrem Glauben abzuschwören und wieder in die römischen Reihen zurückzukehren unter Anerkennung des göttlichen Kaisers und Vollzug der Opfer in den Tempeln römischer Gotttheiten.

In Plinius dem Jüngeren erhält der Widerstand gegen das junge Christentum konkret Name und Gesicht, den der Erste Petrusbrief und ganz besonders die heutige Lesung vorauszusetzen scheint. Nach "klassischer" Datierung wirkte der Rechtsanwalt und mit hohen Befugnisses ausgestattete Legat Plinius unter Trajan zwar ca. zwei bis drei Jahrzehnte nach dem Ersten Petrusbrief, nämlich ab 111 n. Chr. Doch die von ihm geschilderten Praktiken dürfte es auch schon vorher unter Trajans Vor-Vorgänger Kaiser Domitian (er regierte 81 - 96) gegeben haben.

Der einschlägige Brief des Plinius an Trajan ist wiedergegeben unter "Kontext".