Wahlbenachrichtigung, von webandi. Lizenz: CC0 1.0 Universal.
Wahlbenachrichtigung, von webandi. Lizenz: CC0 1.0 Universal.

Selig derjenige, der wählt

Papst Pius XII bezeichnete das demokratische Wahlrecht als eine Pflicht für jeden Wahlberechtigen: „Wer sich dessen enthält, insbesondere aus Gleichgültigkeit oder Feigheit, begeht an sich eine schwere Sünde, lädt eine tödliche Schuld auf sich.“ Desinteresse an der eigenen Zukunft, fehlender Wille zum Gestalten der Gesellschaft und eine Frustration über politische Entscheidungsprozesse können dazu führen, dass der eigenen Stimme bei Wahlen keine Bedeutung zugemessen wird. Solche Perspektiven sind aber zutiefst egoistisch. Sie blenden nicht nur das eigene Wohl, sondern auch das Wohl der anderen Menschen völlig aus. ...
  • Politik // Wirtschaft
"Fallen" von Adrian Malec, Pixabay - Lizenz: gemeinfrei

Selbsttötung und Bibel

Wenn der Lebensdrang zum Todeswunsch wird, ist dies keine Straftat. Der Suizid – ein lateinisches Lehnwort, das nichts anderes bedeutet als „Tötung seiner selbst“ – ist auch kein rein abstraktes moralisches Problem, das es in der Ethik zu durchdenken gilt. Die Vernichtung des eigenen Lebens durch die eigene Hand ist eine Handlung eines individuellen Menschen, der oder die sich aufgrund von subjektiv oder objektiv erfahrenem Leid den Tod wünscht. Der Tod ist hier kein Endpunkt im Jenseits, sondern er ragt schon mitten ins diesseitige Leben hinein. Das Leben wird unerträglich. ...
  • Et // cetera
Zwischenkundgebung der FridaysForFuture Demonstration vor dem Kanzleramt am 25. Januar 2019 in Berlin, fotografiert von Leonhard Lenz – Lizenz: CC0 1.0/gemeinfrei.
Zwischenkundgebung der FridaysForFuture Demonstration vor dem Kanzleramt am 25. Januar 2019 in Berlin, fotografiert von Leonhard Lenz – Lizenz: CC0 1.0/gemeinfrei.

Weltherrschaft!

Während die einen mit erhobenem Zeigefinger die Schule schwänzen, diskutieren die anderen, ob dies eine gerechtfertigte Form des zivilen Ungehorsams ist. Und die Antwort ist: Nein, es geht nicht darum, sondern um das Klima – aber das könnte man ja bei aller Aufregung fast vergessen. Was wäre es für ein Fanal, wenn sich die Zukunft der Gesellschaft in ihrer Freizeit für die Rettung der Welt engagieren würde! Was für ein Zeichen des Aufbruchs, wenn die Führer der Gesellschaft sich an die selbstgesetzten Ziele des Pariser Klimaabkommens halten würden! Es ist an der Zeit zu herrschen! Macht Euch die Erde untertan! ...
  • Politik // Wirtschaft
Madonna , pixabay – Lizenz: gemeinfrei.
Madonna , pixabay – Lizenz: gemeinfrei.

Die dienende Frau

Es gibt dieses alte, christliche an Maria ausgerichtete Leitbild der als Mutter und Ehefrau – im Endeffekt Männern – dienenden Frau. Maria hat nicht ihre Selbstverwirklichung gesucht, sondern zum Engel Gabriel gesprochen: "Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du gesagt hast." (Lukas 1,38) Doch die Gottesgebärerin, die von Paulus namentlich nicht einmal erwähnt wird, hat sich vollends zur Dienerin nicht eines Menschens, sondern Gottes gemacht. Und ihr Sohn Jesus dankt für ihre Sorge mit den abweisenden Worten: "Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? ...
  • Politik // Wirtschaft
  • Religion // glauben
Bilder aus dem Video, gefunden auf der Facebook-Seite: Non Te Ne Frega Nulla ? E Io Te Lo Dico Lo Stesso.
Bilder aus dem Video, gefunden auf der Facebook-Seite: Non Te Ne Frega Nulla ? E Io Te Lo Dico Lo Stesso.

We will rock you!

Es ist anscheinend eine Schlagzeile wert: „Ordensfrauen rocken zu Queen-Song – Luftgitarre inklusive“. Ordensschwestern haben Spaß am Leben, klatschen rhythmisch zu einem Rocksong und eine von ihnen spielt die Luftgitarre. Millionen Menschen gucken sich dies als Video an und gläubige Christen teilen das Video munter in den sozialen Netzwerken – ganz so als sei es etwas Besonderes. Dass dieses Video unter Nicht-Christen Stereotypen aufbricht, lässt sich nachvollziehen. Aber warum begeistert es gläubige Christen? Bedeutet der christliche Glauben nicht Lebensfreude? Sind Ordensschwestern zur meditativen Traurigkeit verdammt? ...
  • Religion // glauben
"Beschneidung Jesu", Frauenkirche in Esslingen, fotografiert von Dierk Schaefer, Lizenz: CC BY-ND 2.0.

Frohes Fest der Beschneidung

Gott ist Jude geworden. Gemäß den jüdischen Vorschriften wurde Jesus am 8. Tag nach seiner Geburt in Betlehem beschnitten – und das gilt es zu feiern. Bis 1969 wurde in der katholischen Kirche am 1. Januar das Fest der Beschneidung des Herrn gedacht – denn es steht geschrieben: "Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus …" (Lukas 2,21) Gott ist nicht nur in einem konkreten, historischen Kontext Mensch geworden. Sondern er ist ein Angehöriger einer Gesellschaft, Kultur und Religion geworden – und hat doch zugleich alle Grenzen überschritten. ...
  • Religion // glauben
Scapegoat von Hartwig HKD, Lizenz: CC BY-ND 2.0.
Scapegoat von Hartwig HKD, Lizenz: CC BY-ND 2.0.

Jesus, einer der Sündenböcke

Uns ist ein Sündenbock geboren! So könnte man Weihnachten im Sinne des Religionsphilosophen René Girard feiern: Hat der freiwillige Tod Jesu die menschliche Gewalt kanalisiert zu einer allumfassenden Sündenvergebung? Diese theologische Frage rückt schnell in den Hintergrund, wenn man sieht, wie im Alltag immer neue Sündenböcke durch die Menschheitsgeschichte getrieben werden. Schuld sind doch am besten immer die Anderen – und wenn die Anderen auch noch die Fremden sind, dann lässt sich noch einfacher mit dem Finger auf sie zeigen. Die menschliche Gewalt zeigt sich immer wieder in unberechtigten Schuldzuweisungen. Schuld sind die Juden! ...
  • Religion // glauben

Besinnliche Konsumzeit

Die Adventszeit ist der verkaufsstärkste und finanziell bedeutendste Zeitabschnitt des Jahres. Der Konsum blüht – der Wirtschaft tut das gut, Arbeitsplätze werden gesichert, Freude wird gekauft und alles mischt sich mit dem Geschmack von Glühwein und Christstollen. Für den, der es sich leisten kann, gibt es keinen Grund, diese Zeit nicht zu genießen. Konsumkritik ist keine schöne Dekoration und passt weder zum Kerzenschein des Adventskranzes noch als Stern auf den Weihnachtsbaum. ...
  • Politik // Wirtschaft

Option für die Armen

Am vergangenen Sonntag, dem 18. November, wurde der 2. Welttag der Armen „gefeiert“. 2016, am Ende des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit, hatte Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben Misericodria et Misera diesen Tag eingeführt, „der den Gemeinden und jedem Getauften hilft, darüber nachzudenken, wie die Armut ein Herzensanliegen des Evangeliums ist und dass es keine Gerechtigkeit noch sozialen Frieden geben kann, solange Lazarus vor der Tür unseres Hauses liegt (vgl. Lukas 16,19-21)“. ...
  • Politik // Wirtschaft

Der Hilfeschrei des Opfers

Werden Priester dazu geweiht, Kinder sexuell zu missbrauchen? Ist es der Auftrag der Kirche, diese Taten zu verdecken, dann Empörung zu äußern, aber strukturell ihren Blick vom Himmel abzuwenden? Es reicht nicht, sich für seine Kirche zu schämen. Man muss ihr nicht nur die Messe, sondern die Leviten lesen. Im Klosterleben der Benediktiner gehörten im Mittelalter, bereits ab dem 8. Jahrhundert, Andachts- und Bußübungen zum Lebensrhythmus, bei denen aus dem Buch Levitikus die kultischen und ethischen Verhaltensmaßregeln zum Tadel und zur Ermahnung immer wieder vorgelesen wurden. ...
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