Coronavirus 2019–20 COVID-19 Girl in mask on the street. Stop pandemic and panic, fotografiert von vperemen – Lizenz: CC BY-SA 4.0.
Coronavirus 2019–20 COVID-19 Girl in mask on the street. Stop pandemic and panic, fotografiert von vperemen – Lizenz: CC BY-SA 4.0.

Stimmungsumschwung

Es ist die Zeit der Lockerungsorgien und der warnenden Stimmen. Viele wollen möglichst schnell zum normalen Alltag zurück. Oder gehört das Coronavirus nun – zumindest bis es einen Impfstoff gibt – zu unserem Alltag? Die Gefahr ist noch nicht gebannt. Nun ist die Zeit der Abwägung zwischen wirtschaftlichem Gewinn und dem Schutz Gefährdeter. Der Weg von der Panik zur Vergessenheit ist ein schmaler Grad. Plötzlich wird aus der Weltuntergangsstimmung die Planung des Sommerurlaubs. Ein solcher Stimmungsumschwung ist denjenigen, die Psalmen beten, wohlvertraut. Aus der schmerzenden Klage kann scheinbar von einem Moment auf den anderen ein Loblied werden. ...
  • Politik // Wirtschaft
"Sauerteig", piqsels - Lizenz: gemeinfrei

Österliches Licht

„Wir sehen uns in der lichten Ewigkeit,“ ist eines der letzten überlieferten Worte des Franziskanerpaters Kilian Kirchhoff. Er wurde am 24. April 1944 als Gegner des Nationalsozialismus enthauptet. An dem entscheidenden Ostermorgen, an dem das Christentum geboren wurde, in aller Frühe als die Sonne durch die Finsternis brach, schien diese Ewigkeit in die Finsternis des Grabes. Als die Frauen den Leichnam nicht an seiner Stelle fanden, wunderten sich sich: „Und es geschah, während sie darüber ratlos waren, siehe da traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen.“ (Lukas 24,4). ...
"Eclairage du maître autel de l’église Saint Léger d’Orvault en rouge pour le Triduum Pascal", fotografiert von Loïc LLH. Lizenz: CC BY-SA 3.0.

Einsame, heilige Tage!

In der Osternacht in diesem Jahr werden wir Christen uns nicht gemeinsam um das Feuer, das die Dunkelheit erhellt, versammeln können. Das Gedenken an das letzte Abendmahl Jesu wird für viele bereits im Schatten der Einsamkeit des Kreuztodes stehen. Unsere Kirchen - diese heiligen Versammlungsorte – werden leer stehen. Und das Allerheiligste wird für die meisten Gläubigen nur auf dem Bildschirm zu sehen sein. Die notwendige physische Distanz steht der Communio – sowohl dem Empfang der geheiligten Gaben von Brot und Wein als auch der Gemeinschaft der zum Gotteslob versammelten Brüder und Schwestern – entgegen. ...
Fotografiert von: Andrew Neel - Lizenz: gemeinfrei
Fotografiert von: Andrew Neel - Lizenz: gemeinfrei

Einsamkeit im Angesicht der Pandemie

Die physische Distanz zwischen den Menschen rettet im Angesicht des sich ausbreitenden Coronavirus Sars-CoV-2 das Leben von durch Alter und Vorerkrankungen bedrohten Mitmenschen. Sie ist in der gegenwärtigen Situation ein zwischenmenschliche Akte der Nächstenliebe. Doch zugleich führt sie für viele Menschen in die Einsamkeit. Aus der physischen Distanz darf keine soziale Distanz werden. Einsamkeit ist im Besonderen in der gegenwärtigen Situation, aber zugleich immer ein bedrohlicher Gefährte des Menschen. ...
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  • Religion // glauben
"Fastenzeit", fotografiert von Congerdesign. Lizenz: Pixabay.

Fastenanstöße

Fasten bedeutet vieles. Und mit vollem Magen lässt sich leicht vom Fasten reden – doch geht es dabei weder um die Füllung des Magens noch um das Verlieren vieler Worte. Auch im Alten Testament bedeutet diese rituelle Handlung den völligen oder teilweisen Verzicht auf Speise und Trank. "Nahrung, die mir sonst schmeckte, aß ich nicht; Fleisch und Wein kamen nicht in meinen Mund …" (Daniel 10,3) So werden wie der Prophet Daniel viele an Ostern rückblickend sagen. ...
  • Religion // glauben
"Breathing" - Lizenz: pxhere / gemeinfrei

Organspende, Atem und Leben

Tod kann Leben schenken – dieser abstrus klingende Satz ist der Hoffnungsschimmer derjenigen, die todkrank auf eine Organspende warten. Dennoch sinkt die Bereitschaft zur Organspende und nun wird über die Widerspruchslösung diskutiert. Seit den Anfängen operiert die Transplantationsmedizin auf einem schmalen ethischen Grad. Für sie bedeutet der Tod des einen das Leben des anderen. Damit stellt sich grundlegend die Frage, wann ein Mensch tot ist. Nun definiert der Tod, wann die Nächstenliebe zu einer Person zur Nächstenliebe zu einer anderen Person wird. ...
  • Politik // Wirtschaft
  • Natur // Wissenschaft
„Firecracker“, fotografiert von „riteshman“. Lizenz: gemeinfrei.
„Firecracker“, fotografiert von „riteshman“. Lizenz: gemeinfrei.

Lärmblasen

Der 1. Januar ist seit römischer Zeit (ab 153 v. Chr.) der Anfang des Kalenderjahres. Kirchlich wird an diesem Tag die Beschneidung Jesu gefeiert. Acht Tage nach seiner Geburt wurde er – wie es jüdischer Brauch ist und wie es im Lukasevangelium berichtet wird (vgl. Lukas 2,21) – beschnitten und trat damit in den Bund zwischen Gott und seinem Volk Israel ein. Es ist der Tag, an dem der Anfang des religiösen Lebens Jesu gefeiert wird, aus dem heraus das Christentum in Anknüpfung an das Judentum entstand. Der alttestamentliche Jahresanfang Für das Alte Testament hat der 1. Januar als Datum keine Bedeutung. ...
  • Religion // glauben
„Detalhe do mosaico sobre a genealogia de Jesus em Chora.“, fotografiert von José Luiz Bernardes Ribeiro - Lizenz: CC 3.0.
„Detalhe do mosaico sobre a genealogia de Jesus em Chora.“, fotografiert von José Luiz Bernardes Ribeiro - Lizenz: CC 3.0.

Weihnachten mit Abraham, David, Josef, Maria und Jesus

Es wird Lichter geben, es wird Feste geben, glänzende Bäume, alles wird geschmückt sein - so könnte man das Weihnachtsfest beschreiben. Aber all dies wirkt doch wie eine Scharade. Das romantische Weihnachtstreiben erscheint surreal im Angesicht von Terror und Krieg. Die Zeiten zeigen wieder deutlich, dass die Welt den Weg des Friedens noch nicht gefunden hat. Wo ist der von Abraham ausgehende Segen für alle Völker? Wann gibt es einen messianischen Frieden? Antworten auf diese Fragen und die Fragen selbst scheinen mancherorts zwischen Glühwein und Kriegsnachrichten unterzugehen. ...
  • Religion // glauben
„ Weihnachten Advent Häuser Stern Dekoration“, von 1447441. Lizenz: Pixabay.
„ Weihnachten Advent Häuser Stern Dekoration“, von 1447441. Lizenz: Pixabay.

Advent feiern

Gemeinsam zu feiern bedeutet Begegnung und Dialog. Im religiösen Kontext kann das gemeinsame Feiern aber auch zur kulturellen Vereinnahmung Andersgläubiger führen oder gar zu Konflikten. Die Offenheit religiöser Feste und Feiern für Andersgläubige ist bereits im Buch Deuteronomium verankert. Der Festkalender in Deuteronomium 16 schreibt den Israeliten drei große Wallfahrtsfeste vor. Das erste Fest, das Paschafest, ist die Erinnerung an den Auszug Israels aus Ägypten. ...
  • Religion // glauben
"Vergbung", fotografiert von jclk8888 - Lizenz: Pixabay

Vergib uns unsere Missbrauchstaten!

„Dann habe ich gesagt, dass ich es auch an der Zeit fände, dass unsere kirchlichen Hierarchen auch den Missbrauchstätern irgendwann vergeben würden,” erzählt Pfarrer Ulrich Zurkuhlen von seiner Predigt, die er im Juni gehalten hat und die von erbosten Gottesdiensteilnehmern durch Zwischenrufe unterbrochen wurde. Voller Zorn verließen ca. 70 Gläubige die Heilige Messer aufgrund dieser Predigt. In einer Kirche, die nicht zuletzt aufgrund der Missbrauchskrise am Boden liegt und nur noch zuckt, ist Vergebung für die Ohren der letzten Gläubigen keine denkbare Wiederbelebungsmaßnahme. ...
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