Radikalität

Völker der Kirche vereinigt Euch, am kommenden Sonntag ist „Sonntag des Wortes Gottes“! Es ist keine Zeit für eine Revolution, sondern für Radikalität. Radikal ist, wer an die Wurzel geht. Worauf wurzeln der Glaube und die Kirche? Die Antwort darauf findet sich in dem, was wir als „Wort Gottes“ verkünden. Das Buch Nehemia lehrt, dass der Weg des Neuanfangs nicht am Opferaltar beginnt, ja nicht einmal am Altar des Wortes – dem Ambo –, sondern bei den Gläubigen. ...
  • Religion // glauben
Bild von Peggy und Marco Lachmann-Anke auf Pixabay
Bild von Peggy und Marco Lachmann-Anke auf Pixabay

Verloschener Stern über Bethlehem

„Stern über Bethlehem zeig uns den Weg“, klingt es nun bald wieder durch die Kirchen und Wohnzimmer, „führ uns …“. In den privaten, kirchlichen und gesellschaftlichen Krisen, zwischen Alltagsproblemen, Klimakatastrophe, Coronakrise und kirchlicher Identitätssuche sucht man alle Zeit einen Leitstern, anhand dessen man sich verorten und an dem man sich ausrichten kann. Zur Zeit Jesu Geburt gab es in der römischen Welt den astrologischen Glauben, dass jeder Mensch einen Stern habe, der mit der Geburt entsteht und mit dem Tod vergeht. ...
  • Religion // glauben
“Vergehen – beleidigt“, fotografiert von Victoria Borodinova- Lizenz: Pixabay Lizenz.
“Vergehen – beleidigt“, fotografiert von Victoria Borodinova- Lizenz: Pixabay Lizenz.

Vom Brüdermord zum erstgeborenen Bruder

Dass alle Menschen Brüder werden, wie es in der „Ode an die Freude“ besungen wird, ist im Angesicht des ersten Brüderpaars der Bibel eine Drohung: Kain erschlägt Abel und sagt zu Gott: "Bin ich der Hüter meines Bruders?" (Genesis 4,9) Diesen pessimistischen Blick auf die Menschen als Brüder und Nächsten teilt auch der Prophet Jeremia. Von seinen eigenen Brüdern treulos behandelt blickt er auf den Zustand des Volkes Israel zu seiner Zeit – dieser „Festversammlung von Treulosen“, wie er sie benennt – und warnt: "Nehmt euch in Acht vor eurem Nächsten, keiner traue seinem Bruder! Denn jeder Bruder betrügt und jeder Nächste verleumdet. ...
  • Religion // glauben

Zum Genderstern verstummt

Genderstern zeig uns den Weg, führt uns – ja wohin denn? Wohl zuerst einmal in die Verwirrung. Das ist das erklärte Ziel einer Kampagne der Katholischen Studierenden Jugend, die fortan „Gott“ mit einem Genderstern (*) schreibt. „Wir wollen bewusst irritieren und herausfordern. Menschen sollen sich Gedanken darüber machen, was und wer Gott ist. Das Sternchen zeigt: Gott* ist so viel mehr, als man denken und beschreiben kann. ...
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Kirchenasyl – eine biblische Kritik

Der Staatsanwalt hält Äbtissin Mechthild Thürmer für eine Straftäterin. Mit klaren Worten verteidigt sie dagegen ihr Verständnis, was Kirchenasyl für sie bedeutet. „Als Christin stehe ich in der Pflicht, Menschen in der Not beizustehen. Ich verstehe nicht, warum ich dafür jetzt bestraft werden soll.“ Doch auch Klöster sind im Rechtsstaat kein rechtsfreier Raum und für ihre Überzeugung muss sie sich daher vor dem Bamberger Amtsgericht verantworten, das ihr ausdrücklich mitgeteilt hat, dass sie im Falle einer Verurteilung „mit der Verhängung einer empfindlichen Freiheitsstrafe zu rechnen“ habe. ...
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Wandbild
Wandbild "Portrait George Floyd" von Eme Street Art im Mauerpark (Berlin) - Lizenz: CC0 1.0

Hautfarbe und Leopardenflecken

8 Minuten und 46 Sekunden kniete der Polizist auf dem Nacken von George Floyd. So zu Boden gedrückt, rief er mehrmals „„Ich kann nicht atmen!“, bevor er völlig regungslos war. Sein Tod ist – wie so viele andere unnötige Tode zuvor – ein Sinnbild für unverhältnismäßige Gewalt US-amerikanischer Polizisten gegen afroamerikanische Mitbürger. Auf Videos, aufgenommen mit Smartphones, sieht man das Leid – George Floyd, niedergedrückt und unterdrückt. Die folgenden Anti-Rassismus-Demonstrationen führten zu Randale, Plünderungen und Vandalismus. Die Unterdrückung ist umgeschlagen in Gegengewalt – aus den Machtlosen sind selbst Gewalttätige geworden. ...
  • Politik // Wirtschaft
  • Et // cetera
Coronavirus 2019–20 COVID-19 Girl in mask on the street. Stop pandemic and panic, fotografiert von vperemen – Lizenz: CC BY-SA 4.0.
Coronavirus 2019–20 COVID-19 Girl in mask on the street. Stop pandemic and panic, fotografiert von vperemen – Lizenz: CC BY-SA 4.0.

Stimmungsumschwung

Es ist die Zeit der Lockerungsorgien und der warnenden Stimmen. Viele wollen möglichst schnell zum normalen Alltag zurück. Oder gehört das Coronavirus nun – zumindest bis es einen Impfstoff gibt – zu unserem Alltag? Die Gefahr ist noch nicht gebannt. Nun ist die Zeit der Abwägung zwischen wirtschaftlichem Gewinn und dem Schutz Gefährdeter. Der Weg von der Panik zur Vergessenheit ist ein schmaler Grad. Plötzlich wird aus der Weltuntergangsstimmung die Planung des Sommerurlaubs. Ein solcher Stimmungsumschwung ist denjenigen, die Psalmen beten, wohlvertraut. Aus der schmerzenden Klage kann scheinbar von einem Moment auf den anderen ein Loblied werden. ...
  • Politik // Wirtschaft
"Sauerteig", piqsels - Lizenz: gemeinfrei

Österliches Licht

„Wir sehen uns in der lichten Ewigkeit,“ ist eines der letzten überlieferten Worte des Franziskanerpaters Kilian Kirchhoff. Er wurde am 24. April 1944 als Gegner des Nationalsozialismus enthauptet. An dem entscheidenden Ostermorgen, an dem das Christentum geboren wurde, in aller Frühe als die Sonne durch die Finsternis brach, schien diese Ewigkeit in die Finsternis des Grabes. Als die Frauen den Leichnam nicht an seiner Stelle fanden, wunderten sich sich: „Und es geschah, während sie darüber ratlos waren, siehe da traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen.“ (Lukas 24,4). ...
"Eclairage du maître autel de l’église Saint Léger d’Orvault en rouge pour le Triduum Pascal", fotografiert von Loïc LLH. Lizenz: CC BY-SA 3.0.

Einsame, heilige Tage!

In der Osternacht in diesem Jahr werden wir Christen uns nicht gemeinsam um das Feuer, das die Dunkelheit erhellt, versammeln können. Das Gedenken an das letzte Abendmahl Jesu wird für viele bereits im Schatten der Einsamkeit des Kreuztodes stehen. Unsere Kirchen - diese heiligen Versammlungsorte – werden leer stehen. Und das Allerheiligste wird für die meisten Gläubigen nur auf dem Bildschirm zu sehen sein. Die notwendige physische Distanz steht der Communio – sowohl dem Empfang der geheiligten Gaben von Brot und Wein als auch der Gemeinschaft der zum Gotteslob versammelten Brüder und Schwestern – entgegen. ...
Fotografiert von: Andrew Neel - Lizenz: gemeinfrei
Fotografiert von: Andrew Neel - Lizenz: gemeinfrei

Einsamkeit im Angesicht der Pandemie

Die physische Distanz zwischen den Menschen rettet im Angesicht des sich ausbreitenden Coronavirus Sars-CoV-2 das Leben von durch Alter und Vorerkrankungen bedrohten Mitmenschen. Sie ist in der gegenwärtigen Situation ein zwischenmenschliche Akte der Nächstenliebe. Doch zugleich führt sie für viele Menschen in die Einsamkeit. Aus der physischen Distanz darf keine soziale Distanz werden. Einsamkeit ist im Besonderen in der gegenwärtigen Situation, aber zugleich immer ein bedrohlicher Gefährte des Menschen. ...
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